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Die Geschichte der Bergmannsuniform

Die eigentliche Bergmannsuniform wurde im 17. Jahrhundert in deutschen Bergbaugebieten eingeführt.

Diese hat sich aus den Erfordernissen der schweren bergmännischen Arbeit entwickelt. Ein besonders wichtiger Schritt war die sächsische Kleiderordnung von 1719, die genaue Anweisungen für Stoff, Schnitt und Effekten gab. Diese neue Kleidung wurde erstmals auf dem berühmten Saturnfest 1719, anlässlich der Vermählung des Kurprinzen August mit der Kaisertochter Maria Josepha von Österreich, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die heute in Österreich getragene Bergmannsuniform entspricht grundsätzlich der „Verordnung des Ackerbauministeriums" in Wien im Einvernehmen mit dem Ministerium des Inneren vom 14.Juli 1890, betreffend die Uniformierung der k.k. Forst- und Bergbeamten.

Alle Uniformelemente symbolisieren bestimmte historische Arbeitstätigkeiten oder Arbeitsabläufe im Bergwerk.

Das Ehrenkleid des Bergmannes, wie es hier abgebildet ist, besteht aus dem Kalpak, der Schachtmütze, dem Bergkittel, die Weste (Gilet), der Krawatte und der Hose. Das sogenannte Arschleder gehört auch noch dazu, wird jedoch von uns nicht getragen – Bei der Schwerttanzgruppe Böckstein ist es Teil der Uniform.

Der Berghut (auch Tschako oder Kalpak) ist ein schwarzer, 14 cm hoher, steifer Schachthut mit Augenschild (bei der Erstausstattung 1936 noch ohne Augenschild). An der Stirnseite befindet sich das Bergmannswappen (Gezähe = Eisen & Schlägel) von einem Band umschlungen und von Lorbeerzweigen umrahmt. Darüber eine goldene Rosette mit einem Mittelschild, welches früher der kaiserliche Doppeladler zierte. Heute ist an dieser Stelle ein Bergmannszeichen befestigt. Über der Rosette erhebt sich ein 15 cm hoher Federbusch aus Schwanenfedern. Früher war es ein Federwisch, der für die Reinigung von Sprenglöchern benutzt wurde und von Bergmänner hinter einem Band am Hut getragen wurde. Den oberen Rand des Kalpak können auch, je nach Rang, verschiedene breite Goldborten schmücken.

Der Kalpak wird von uns bei festlichen Anlässen getragen, ansonsten wird die Schachtmütze aufgesetzt.

Der Bergkittel, eine Jacke aus schwarzem Tuch, wird vorne durch neun vergoldete Knöpfe geschlossen. Die obersten drei Knöpfe werden offen getragen (die hl. Barbara wollte zur Erinnerung an die heilige Dreifaltigkeit drei Fenster im Turm haben, symbolisieren Glaube, Hoffnung und Liebe, bzw. sollen an drei Jahre Haft erinnern). Die goldenen Knöpfe symbolisieren auch die Sonne  und das schwarze Tuch die Farbe der Nacht, das heißt, die Unter-Tag Arbeit. Den Stehkragen ziert links und rechts eine Lyra. Vom Stehkragen fällt ein 18 cm langer und in 9 Zacken endender Pelerinkragen über Schulter und Rücken. Er erinnert an die ursprüngliche Schutzfunktion vor herabfallendem Gestein in der Grube. Die schirmähnliche Form sorgt außerdem dafür, dass von der Firste im Stollen herabtropfendes Wasser kontrolliert abgeführt wird und nicht in die Bekleidung eindringen kann. Die 9 Zacken symbolisieren die 9 Jahre, welche die Heilige Barbara im Turm als Gefangene verbringen musste.

An den Oberärmeln der Uniform findet man das Bergmannswappen zwischen zwei Samtstreifen, die unten von einem halbrund geschnittenen Stück beendet wird.

An den halbrunden Teil des Samtstreifen hängen 6 – 7 cm lange, gedrehte Seidenfransen, die sogenannten Zopfborten. Diese dienten früher als Reservedochte für Öllampen oder auch als Zündschnüre für Sprengladungen. Auf den Samtstreifen über den Ärmelaufschlägen und an der Brust sind jeweils 5 weitere goldene Knöpfe angenäht. Die 10 Knöpfe an der Vorderseite sind eine Anspielung an die Taschen, welche die Bergleute früher hatten um ihr Werkzeug einzustecken.

Die insgesamt 29 goldenen Knöpfe, verziert mit Eisen und Schlägel, an der Uniform symbolisieren die 29 Lebensjahre der Heiligen Barbara. Ähnlich gedeutet symbolisiert die Farbe Schwarz die Dunkelheit in den Stollen und das Gold der Knöpfe das Licht der Sonne.

Die Weste, ebenfalls aus schwarzem Tuch, wird mit 7 Knöpfen geschlossen.

Die Hose aus schwarzem Tuch ist an den Außennähten mit einer goldenen Zickzack Borte - die nur für uns angefertigt wird - verziert.

Das sogenannte Arschleder, das wir nicht tragen, ist ein dreieckförmiges Lederstück und diente sowohl zum Schutz vor dem Durchwetzen des Hosenbodens bei der Arbeit (im speziellen beim Einfahren in Schrägschächte) als auch zum Schutz vor Bodennässe beim Sitzen.

Der Bergmannsgruß „Glück Auf!“ entstand im sächsischen Erzgebirge Ende des 16. Jahrhunderts. Er beschreibt die Hoffnung der Bergleute, es mögen sich Erzgänge auftun. (Einkürzung der längeren Grußformel "Ich wünsche Dir Glück, tu einen neuen Gang auf") Beim Abbau von Erzen ließ sich ohne Prospektion nur unsicher vorhersagen, ob die Arbeit der Bergleute überhaupt zu einem Lohn führen würde. Weiterhin wird mit diesem Gruß der Wunsch für ein gesundes  Ausfahren aus dem Bergwerk nach der Schicht verbunden.

mit freundlicher Unterstützung von Grafikline.at & Michel-EDV.at